Wertschöpfung durch Wertschätzung

Delta Logic feierte gestern im Stadtgarten das 25-jährige Bestehen / Familienunternehmen im besten Sinne

SCHWÄBISCH GMÜND (ml). Am Ende kam die gesamte Belegschaft auf die Bühne und überreichte eine Geburtstagstorte. Im Leutze-Saal des Stadtgartens feierte die Firma Delta Logic gestern ihr 25-jähriges Bestehen. Das Unternehmen, Spezialist für Steuerungs-Software, gegründet und geleitet von Rainer Hönle, war die ersten zehn Jahre im ehemaligen Pershing-Depot in Mutlangen angesiedelt und ist seither im „Zapp“ ansässig.

Moderator Jo Frühwirth, früher renommierter Journalist im SWR-Fernsehen, begrüßte zunächst Anita Jade auf der Bühne, die vom ersten Tag an für Delta Logic als Steuerberaterin tätig war. Sie habe Rainer Hönle als „eine Art von Wikinger“ empfunden: „Auf zu neuen Ufern, sehr zielbewusst und mutig.“ Als sie ihn anfangs gefragt habe, mit wem er auf seinem Gebiet konkurriere, und die Antwort „Siemens“ bekam, habe sie gestaunt. Er habe sich mit jedem Thema auseinandergesetzt – sogar mit Steuern.

Viele Lacher hatte Hönles älterer Bruder Peter auf seiner Seite, als er etwas andere Eigenschaften des Firmengründers aus der Kindheit beschrieb.

Dass Delta Logic mit 15 Mitarbeitern relativ klein sei, sei kein Nachteil, erklärte MdB Norbert Barthle im Interview mit Frühwirth. Im Gegenteil: 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland seien kleiner oder mittelgroß. Diese Firmen bildeten das Rückgrat des wirtschaftlichen Erfolges der Bundesrepublik. Mit ihrer Hilfe sei man schnell aus der Krise gekommen. Sie seien innovativ und der Süden verfüge über eine besonders große Dichte dieser „Hidden Champions“. Und das sei gut so, denn „wir haben nur unsere Köpfe“, meinte der Gmünder Abgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär.

Nächster Interview-Partner war Roger Rankel. Der Bestseller-Autor ist ab und an als Wirtschaftscoach für Rainer Hönle tätig und beschrieb den Gmünder Firmenchef als „sehr bescheiden und gleichzeitig sehr mutig.“ Was die Firma präge sei sein Umgang mit Mitarbeitern – ein Musterbeispiel für die Erkenntnis: Wertschätzung schafft Wertschöpfung. Die Firma sei hervorragend positioniert und habe das Potenzial, „hochskaliert zu werden“,
sprich: zu wachsen.

Wie das bisherige Wachstum vor sich ging, beschrieb Hönle anhand einiger Fotos. Schon als er zu studieren begann, hatte er mit seiner Frau Petra die Zwillinge Thomas und Andreas, zu denen sich später noch eine Tochter gesellte. Die Firma gründete der Software-Ingenieur im früheren Offiziersgebäude des Mutlanger Pershing-Depots. Und ja, es habe auch Durststrecken gegeben. Schließlich werde Software erst dann bezahlt, wenn sie fertig sei und funktioniere.

Die Selbstständigkeit habe er gesucht, weil „mir niemand sagen sollte, wann ich was tun muss.“ Auch zu Hause habe er das letzte Wort. Das laute dann allerdings „Ja, Schatz“.

Petra Hönle schilderte im Interview, dass sie zunächst ihrem Mann den Rücken freigehalten habe, später für die Buchhaltung in die Firma eingestiegen sei und nebenher ihren Betriebswirt gemacht habe.

Mitarbeiter Martin Strobel, halbtags Ingenieur, halbtags Nebenerwerbs-Landwirt, beschrieb Delta Logic als Familienbetrieb im besten Sinne: Die  gesamte Belegschaft sei eine große Familie. Das erwies sich dann auch am Ende des offiziellen Teils: Das Team kam auf die Bühne und überreichte Chef und Chefin eine Geburtstagstorte.

Erschienen in der Rems-Zeitung am 24.07.2018. Foto: Manfred Laduch (Rems-Zeitung)